ZuSy2002 Exkursion Hanfbauer, 25.4.2002


Anbau

Ende April/Anfang Mai: Aussaat: wie Weizen Angebaut werden nur THC-arme Sorten (<0,2%, AMA kontolliert), seit 1996 noch keine Schwierigkeiten mit THC-Überschreitung; nur zertifiziertes Korn, kein Nachbausaatgut (Wiederanabu der geernteten Samen würde THC-gehalt steigern!) THC stellt Schutz für Pflanze dar, steigt auch, wenn Hanf Spätfrost ausgesetzt wird. Pflanzen werden bis zu 4m hoch In den ersten 4 Wochen ist Unkraut ein Problem, wird händisch oder mit "Unkrautstigl" entfernt Ende Juni/Anfang Juli: Pflanzen bis zu 1,5 m hoch, wachsen sehr schnell, bis zu 19cm/Tag (!) Zeit für Blatternte (händisch), Abnehmer: Bierbrauereien Ende Juli: Blüte Blüht unscheinbar, vergleichbar mit Brennessel Blüte wird auch von Brauereien abgenommen, händisch gepflückt Hanf reagiert empfindlich auf Bodenverdichtung mit Rückgang des Längenwachstums, auf Traktorspuren im Feld oft nur 20cm hohe Pflanzen. Man sieht den unterschiedlichen Wuchs des Hanfes durch verschiedene Bodenverhältnisse am Feld! Ende September/Anfang Oktober: Faser- und Samenernte Hanf ist eine Faserpflanze und eigentlich keine Ölpflanze Für höheren Samenertrag eignen sich z.B. französische Sorten u.v.a. einhäusige Sorten Am Hof selbst gibt es Sortenversuche durch die Bundeslehranstalt Riegler will keine Hanfmonokultur sondern Fruchtfolge Es wird vermutet, dass der Name Amstetten von Hanfstetten abstammt Konventioneller Mähdrescher funktioniert nicht! (verfängt sich nach 3m) Axialfluxdrescher aus USA nach kleinen Umbauarbeiten geeignet. Zuerst werden Pflanzen auf einer Höhe von 1,5 m abgeschnitten und gedroschen. Dann wird der Rest geschnitten und als Preßballen am Feld getrocknet. Die Wurzeln bleiben im Boden. Riegler hat mit dem Eu-Beitritt im Jahre 1996 mit Hanfanbau begonnen, es gab keine Erfahrungswerte! EU-förderungen: Am Anfang 12.000S/ha/Monat, viel zu hoch, brauchte man gar nicht ernten, wie die Spanier.. Daraufhin wurden Förderungen gekürzt!

Produkte

Lebensmittel aus Hanf: Ertrag: 1ha gibt 200-250l Öl ätherische Öle: aus Blüten, frisch gebrannt zu Duftölen, sehr aufwendig, 1ha gibt ca. 3l Duftöl Hanföl: Mit Schneckenpreßverfahren gewonnen, Temperaturen nicht über 30°C (max. 40°C), damit sich Inhaltsstoffe (hochwertige Fettsäuren...) nicht chemisch verändern Lagerung: 1 Jahr haltbar bei Temperaturen von 14-16°C, DUNKEL lagern! Bier: statt Hopfen wird Hanf verwendet

Zum Schluß ein paar Bilder:


Windpark Haindorf (2*1,8MW), neben der A1 zwischen St.Pölten und Loosdorf


Ankunft beim Hanf-Riegler in A-3243 St.Leonhard am Forst, Straß 1.

Besuch der Hanfausstellung

Hanfkosmetik, -waschpulver, -papier, -hemd (ganz rechts)

Hanffasern geschnitten, fein, Hanffaserverstärkter Beton

Distelöl, Hanföl, Walnußöl, Sonnenblumenöl, Rapsöl, Leinöl

Hanflimonaden, -schnäpse, -öle, Knabberhanf

Hanfbiere, -nudeln, -zuckerl, -schokolade, -marmelade

Zwischenprodukte

Hanfschnaps

Knabberhanf (geröstet und gesalzen), Hanföl, -riegel, -schokolade, -marmelade

Erklärung der Anbauschwierigkeiten und -besonderheiten, s. Text oben

Hanfpflanze, typ. 3m hoch

Hanfverarbeitung u.ae.

Sonnenblumenkernpresse: Kernöl tropft in Wanne und Faß am Boden, ausgepreßte Kerne landen...

...als 1cm dicke trockene Würste (Anm.: schmecken gut) als Schweinefutter im Sack

Hanfpresse

2cm dicke, nicht ganz so trockene Hanfwürste

Vergleich der Würste

Hanfstrohballen

Hanfmühle/-häcksler/-schneider (Anm.: Hanffaser geschnitten fühlt sich wie Heu an)

Hanffaser(?)- und -kornlager

Tierzucht

Schwein

Kühe

und Kälber

mit Kennzeichnung

Bioladen

Verkostung verschiedener Öle mit Brotstücken

Hanfbier

Johannes, unser Reiseleiter und Josef Riegler-Nurscher

Heimreise

Danke an Martina für ihre Mitschrift! (s.o.)


30. 4.2002 11:50
© Christian Almeder